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Öffnungszeiten:
Mo, Mi + Fr 14-18, Sa 10-16

Was bietet die Kijufa?

Die Kinder- und Jugendfarm ist eine Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Sie steht während dem Offenen Farmbetrieb allen Schulkindern und Jugendlich offen. Eine Voranmeldung ist nicht nötig, die Teilnahme ist kostenfrei.
Eine detaillierte Elterninfo finden Sie hier.

Wenn Sie mit einer Gruppe (bspw. einer Hortgruppe) die Kinder- und Jugendfarm im Offenen Farmbetrieb besuchen wollen ist ein Austausch vorab notwendig und erwünscht. Bitte treten Sie mit uns in Kontakt! Mail: team@kijufa-tuebingen.de

Kindergartengruppen, Schulklassen etc. können die Kinder- und Jugendfarm nach Absprache sehr gerne am einem Vormittagtermin (montags) außerhalb der Öffnungszeiten besuchen. Treten Sie bei Interesse mit uns in Kontakt! Mail: team@kijufa-tuebingen.de

 

Im Folgenden werden einzelne Bereiche, die fast jede Kinder- und Jugendfarm bietet, dargestellt. Die Kinder- und Jugendfarm Tübingen befindet sich noch im Aufbau. Somit sind die folgenden Darstellungen auch als Zielvorstellungen zu verstehen, die wir in der kommenden Zeit erreichen wollen.

Tiere
Darf ich das Kaninchen auf den Schoß nehmen? Hilfst du mir beim Stall ausmisten? Im Hühnerstall liegen drei Eier! Der Tierbereich schafft für viele Kinder den wichtigsten Zugang zum Platzgeschehen. Hier muss nicht erst viel erklärt werden. Anziehungskraft ist von allein da und die täglichen Aufgaben sind unmittelbar nachvollziehbar - keine pädagogisch inszenierten Pseudoherausforderungen. Sie eröffnen auch unwillkürlich Zugang zu regelmäßigen Abläufen und Lebensphasen wie Geburt, Wachstum, Vermehrung und Tod. Hier und da muss einmal besonderer Einsatz geleistet sowie Verzicht und Rücksichtnahme geübt werden, damit alle ihren Spaß haben können. Durch das gemeinsame Interesse an den Tieren entstehen oft sehr enge Freundschaften und besonders intensive Gruppenbeziehungen, in der das Miteinander im Vordergrund steht.

 

 

 

 

Natur und Umwelt
Durch den Umgang mit den natürlichen Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft, Pflanzen und Tieren entstehen Primärerfahrungen, die dazu beitragen, Kindern nach und nach, aber immer im Wechselspiel mit ihrem selbstmotivierten Forschen für Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Mensch und Natur zu verdeutlichen. Im Garten werden Obst, Gemüse, Blumen oder Futterpflanzen angebaut. Organische Abfälle werden kompostiert und Mist zur Bodenverbesserung aufgebracht. So erleben Kinder ökologische Kreisläufe unmittelbar und sind selbst am Wachsen, Reifen und Ernten beteiligt. Wenn sie säen, hacken oder mulchen und die Beete pflegen, dabei kleine Tiere entdecken, kann die Grundlage für eine tiefe Naturverbundenheit entstehen - die Grundvoraussetzung für einen späteren verantwortungsvollen Umgang mit Natur und Umwelt. Die älteren Kinder setzen sich auch bewusst mit Themen wie Müllvermeidung und Wiederverwertung auseinander. Neben der Kultivierung von Pflanzen zur Ernährung oder als "nachwachsende Rohstoffe" treten gleichberechtigt das Gestalten von Biotopen, die Pflege von Schutzgebieten für Wildpflanzen und -tieren, die Anlage von Nistmöglichkeiten, kurzum Elemente eines aktiven Naturschutzes. Naturnutzung und Natur- bzw. Umweltschutz wird so als etwas erlebbar, was nicht gegeneinander steht sondern sich bedingt und ergänzt. Wir nennen das einen handlungsorientierten Ansatz ganzheitlicher Umweltbildung. So werden Kinder für Umweltthemen sensibilisiert und zu verantwortungsvollem Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen animiert.

 

 

 

 

Hüttenbau
Durch Angebote wie Hüttenbau und die Nutzung verschiedener Werkstattbereiche können Kinder handwerkliche Fertigkeiten entfalten und den Umgang mit technischen Hilfsmitteln erlernen. Hüttenbau ist für viele geradezu der Inbegriff der Spielplatzpädagogik. Hier wird die für das Heranwachsen problematische Trennung zwischen Spiel und Arbeit sowie zwischen Lebenswelt und Arbeitswelt, aufgehoben. Dabei ist die Herausforderung gleichzeitig praktisch und komplex. Ein Platz im Hüttendorf muss gesucht ? möglicherweise eine Gruppenzusammenstellung ausgehandelt werden; es stellen sich Fragen der Gestaltung ebenso wie die der konstruktiven Bewältigung des Vorhabens, die nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch Zusammenarbeit erfordert und ... Geduld, denn selten entsteht ein Bauwerk an einem Tag.

 

 

 

 

Handwerk
Der größte Unterschied zum schulischen Werkunterricht besteht darin, dass die Kinder selbst entscheiden, ob und wann sie in der Werkstatt arbeiten und sie können auch dran bleiben so lange die Begeisterung sie beflügelt. Nicht immer werken die Kinder dabei für sich selbst, oft auch gemeinsam und auch für den Platz, denn der ist ja eigentlich nie fertig und es gibt immer etwas zu reparieren oder zu ergänzen... Die gleichberechtigte Teilhabe von Mädchen und Jungen an den verschiedenen Tätigkeiten ist dabei eine Selbstverständlichkeit.

 

 

 

 

Umgang mit Behinderung
Die Plätze bemühen sich in besonderer Weise darum, auch Kinder mit Behinderungen in den Platzalltag einzubeziehen. Da sie im Vergleich zu konventionellen, möblierten Spielplätzen weniger einseitig auf grobmotorische Entfaltung angelegt sind und über eine größere Vielfalt an Begegnungs- und Erfahrungsmöglichkeiten verfügen, bieten sie dafür gute Bedingungen. Dies wird durch die pädagogische Begleitung noch unterstützt. Über die Integration in den Platzalltag hinaus wurden auf einigen Plätzen auch spezielle Angebote für behinderte Kinder entwickelt. Das therapeutische Reiten hat sich dabei besonders bewährt. Als eine spezielle Form der Behinderung kann auch familiäre Vernachlässigung und soziale Benachteiligung angesehen werden. Sie bewirkt, dass Kindern der Zugang zu vielen gesellschaftlichen Bereichen verschlossen bleibt und sie in ihrer Entwicklung behindert werden. Deswegen versuchen Plätze, solchen Kindern besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung zu widmen. Die Ansätze reichen dabei von pädagogisch betreutem Mittagstisch oder Hausaufgabenhilfe oder Angebote intensiver sozialer Gruppenarbeit bis hin zu Kooperation mit Einzelfallbetreuern oder Krisenintervention.

 

 

 

 

Umgang mit Migration
Nicht neu sind Erkenntnis und Anerkennung, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Allerdings stellen sich für ein Einwanderungsland - anders als aus einer Perspektive bloßer befristeter Gastarbeitsverhältnisse - weitergehende Ansprüche an eine funktionierende Integration, die erst langsam in unser Bewusstsein dringen. Dabei geht es keineswegs nur um Assimilation und (sprachliche) Anpassung. Vielmehr gilt es auch, die kulturelle Vielfalt als Ressource zu begreifen und zu pflegen. Von sozial-kulturellen Kompetenzen der Zugewanderten kann die pädagogische Arbeit dabei enorm profitieren. Das gilt insbesondere für die freiraumorientierten Jugendfarmen und Aktivspielplätze. Denn viele Kinder aus zugewanderten Familien sind es gewohnt einen größeren Teil ihrer Freizeit im Freien zu verbringen. Deshalb trifft sie einerseits der städtische Freiraummangel besonders stark. Andererseits haben sie auch ein in viel höherem Maße kollektives Freizeitverhalten, treten in Geschwister- teilweise sogar in großen Familienverbänden auf. Deshalb sind vielfältige und altersübergreifende Angebote, wie sie auf vielen pädagogisch betreuten Spielplätzen zu finden sind, besonders wichtig. Die Vermittlung grundlegender Kulturtechniken und das Zubereiten von Mahlzeiten bieten einen kulturübergreifenden Rahmen, mit dem Kinder (und deren Eltern) unabhängig von ihrem sozialen oder kulturellen Hintergrund etwas anfangen können. Sie haben deshalb ein besonders hohes integratives Potenzial, ohne die Kinder zu einer einseitigen Anpassung zu zwingen. Vielmehr können die Kinder hier ihren jeweiligen kulturellen Hintergrund bereichernd einbringen. Diese Integrationsarbeit ist keineswegs immer problemlos. Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppierungen sind an der Tagesordnung. Die kulturell bedingt unterschiedlichen Diskussionskulturen und "Aushandlungstechniken" sind nicht in allen Konfliktfällen miteinander vereinbar. Die Praxis der interkulturellen Verständigung hat deshalb nur selten karnevalistischfröhlichen Charakter. Vielmehr stellt sie in der Regel eine erhebliche pädagogische Herausforderung dar, die den sozialen Sprengstoff nicht verdrängt sondern neben der bewusst gepflegten Vielfalt auch kulturübergreifende Konfliktlösungsstrategien erarbeitet. Im Gegensatz zum "anonymen Freiraum" können auf pädagogisch betreuten Spielplätzen qualifizierte Fachkräfte auf die Aneignungsinteressen der verschiedenen Nutzergruppen eingehen und die unterschiedlichen Bedürfnisse ausbalancieren. Auf diese Weise wird soziale Integration ein Prozess von dem alle Seiten profitieren.

 

 

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